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Potsdam nach dem Ende der Hohenzollern
Mit dem Ende der Hohenzollern-Ära verlor Potsdam zwar offiziell den Status einer Residenzstadt, doch die Verbundenheit zur Monarchie blieb in den Herzen der Potsdamer lange Zeit bestehen. Die Akzeptanz des veränderten Status als nicht mehr offizielle Residenzstadt erfolgte zögerlich, und viele Einwohner hielten trotzdem an dieser Bezeichnung fest. Selbst auf Mülltonnen konnte man noch lange Zeit den Titel „Residenzstadt“ lesen. Die neuen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold stießen nicht auf uneingeschränkte Begeisterung, und die Potsdamer zeigten weiterhin eine Vorliebe für die alten Schwarz-Weiß-Rot-Farben.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen der 1920er Jahre verschärften die Situation in Potsdam zusätzlich. Die einstigen Adligen und Militärangehörigen, die einst das Stadtbild prägten, fanden sich nun als Großteil der Arbeitslosen wieder. Dies führte zu Spannungen, die sich teilweise in blutigen Unruhen zwischen Anhängern der Sozialisten und ehemaligen Kaiserlichen Truppen manifestierten. Im Gegensatz zu Berlin blieb Potsdam während dieser turbulenten Zeiten weitgehend von vergleichbaren Unruhen verschont.
Die Veränderungen in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft markierten einen Übergang von der alten monarchischen Ordnung zu neuen gesellschaftlichen Strukturen, die Potsdam und seine Bewohner vor vielfältige Herausforderungen stellten.
Tag von Potsdam

Ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte Potsdams war der „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933. An diesem Tag verbeugte sich Adolf Hitler in der Garnisonkirche vor dem Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und reichte ihm anschließend die Hand. Dieses symbolträchtige Ereignis fand im Rahmen der Einweihung des neuen Reichstags statt.
Während dieser Zeit wurde in Potsdam weiterhin gebaut, wenn auch im Vergleich zu den Vorjahren in begrenzterem Umfang. Neben dem Einsteinturm entstanden vor allem neue Wohnsiedlungen in der Stadtheide sowie Wohngebäude für Beamte. Die Nationalsozialisten machten Potsdam erneut zur Garnisonsstadt, und das Stadtbild wurde maßgeblich durch die Reichswehr und die SS geprägt. Gleichzeitig wurden umliegende Dörfer, darunter Nowawes, das in Babelsberg umbenannt wurde, in die Stadt eingemeindet.
Diese Periode markierte nicht nur einen Bauboom, sondern auch eine Zeit der politischen Umwälzungen und zunehmenden Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, die auch in Potsdam sichtbar wurden.
Potsdam in Schutt und Asche
Potsdam blieb während des Großteils des Zweiten Weltkriegs von direkten Angriffen verschont, jedoch änderte sich dies dramatisch gegen Ende des Krieges. Am 14. April 1945 wurde die Stadt durch britische Bomberangriffe nahezu vollständig zerstört, und Tausende von Menschen verloren in diesem verheerenden Bombenhagel ihr Leben. Innerhalb von nur 20 Minuten wurden das Stadtschloss, die Garnisonkirche, das Große Militärwaisenhaus und unzählige prächtige Häuser in Schutt und Asche gelegt. Ein besonders schmerzhafter Verlust war der Anblick von historischen Gebäuden, die über Jahrhunderte das Stadtbild geprägt hatten.
Sanssouci mit seinen Schlössern entging fast wie durch ein Wunder der Zerstörung. Ein glücklicher Wind verhinderte Schlimmeres, und das kulturelle Erbe, das Sanssouci repräsentiert, blieb weitgehend unversehrt. Die Rettung von Teilen des historischen Erbes verdankte Potsdam auch der Zusammenarbeit mit sowjetischen Truppen, insbesondere Oberstleutnant Ludschuweit. Dank ihres Eingreifens wurden weitere Zerstörungen verhindert, als die Sowjets die Stadt einnahmen.
Die Nachkriegszeit in Potsdam war von den Herausforderungen des Wiederaufbaus und der Neuordnung geprägt. Der Blick in die Vergangenheit und die Erinnerung an die verlorenen historischen Schätze sollten jedoch die Grundlage für eine neue Ära der Stadtgestaltung und des kulturellen Erbes bilden.
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